Mittwoch, 19. November 2014

Krippenspiel mit Kinderchor "Weihnachtsmalerei"



Vor ein paar Jahren habe ich für meine damalige Gemeinde Krippenspiele und hier und da Liedtexte geschrieben. Falls jemand Lust hat, das folgende Krippenspiel zu nutzen: Nur zu!

Es würde mich freuen, wenn es hier und da nochmals aufgeführt werden kann.

Gebt mir doch bitte Bescheid, wenn ihr es nutzt. Und die Angabe (im Gemeindebrief oder Programmzettel), woher es stammt, fände ich auch fair ;)


 




Es ist konzipiert für:

einen Erwachsenen, 
zwei Kinder (ggf kann man den Text auch auf 3 verteilen. Hier sind es Jungs... aber natürlich können das Mädels mindestens genauso!),
einen Erzähler (Kind o. Erw. ist wurscht)
einen Kinderchor
Kinder, die die Krippenszene pantomimisch darstellen


Der Kinderchor hatte in meinem Fall mir Lieder vorgegeben, die ich mal eben in das Krippenspiel einbauen sollte... *hüstel*
Aber letztlich geht es auch anders rum! Passende Lieder fallen gestandenen Chorleitern sicher sofort dazu ein!

Die "Zeichnungen" müssen nicht existieren. Falls Ihr aber jemand Begabten an der Hand habt, der so etwas drauf hat, wäre es natürlich schick, die passenden Bilder per Beamer für alle sichtbar zu machen.

Der "Clou" bei diesem Krippenspiel ist, 2 Bühnen gleichzeitig zu bespielen. Einmal mit Szenen aus der heutigen Zeit. Und parallel dazu ohne Sprechrollen das Weihnachtsgeschehen von vor 2000 Jahren.

Während die Kinder erzählen, kommen die Akteure von damals auf die Bühne. Engelschor, Hirten, Maria und Josef...

Da diese Rollen nicht mit Text "belastet" sind, können auch die ganz Kleinen mitspielen... oder eben die etwas schüchternen Kids.


Wer keinen Chor zusammen kriegt, kann die Musik streichen oder vom Band laufen lassen. Musik im Gottesdienst heißt übrigens immer auch GEMA! Bitte, bitte beachten!


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Weihnachtsmalerei
Steffi
zwei Kinder
Erzähler

Erzähler: Dass ist Steffi. Vielleicht wundert Ihr euch, dass eine erwachsene Frau mit so vielen Stiften und Pinseln am Schreibtisch rumwuselt. Aber Steffi arbeitet! Sie malt! Und das ist ihre Arbeit. Denn Steffi illustriert Kinderbücher. Das bedeutet, irgendjemand schreibt ein Buch, sie malt dafür die Bilder. Heute arbeitet sie an einem ganz alten Buch. Der Text dafür ist schon über 2000 Jahre alt. Oh, was ist das denn? Ach, ich glaub ihr Sohn kommt nachhause. Nanu? Der ist ja gar nicht allein.
Steffi sitzt am Schreibtisch, viele Blätter, Stifte, Pinsel, Farben liegen herum. Sie malt eifrig, 2 Kinder kommen herein.

Jonas: Hallo Mama! Ich habe Yannick mitgebracht. Kann er zum Mittagessen bleiben? (Flehentlich) bitte!

Yannick: Oh, ja bitte! Meine Mutter hat sicher nichts dagegen.

Steffi: Von mir aus gerne, aber wir müssen bei deiner Mama anrufen und zumindest Bescheid sagen. (Beugt sich zum Telefon und wählt)
Die Kinder beugen sich über den Tisch (Zeichenbrett) und studieren die Zeichnungen.

Steffi: (am Telefon) Winterbach hier, mein Sohn hat gerade Ihren Sohn zum Mittagessen entführt. Wenn das für Sie in Ordnung geht, bringen wir ihn heute Nachmittag satt wieder nachhause. (Pause) Ja, das ist wirklich kein Problem. Gerne! Bis dann! Tschüss! (Dreht sich zu den Kindern) Alles Paletti! Geht in Ordnung.
(Kinder geben sich „high five“)

Jonas: Genial!

Yannick: COOL!

Jonas: (setzt den Schulranzen ab) Sag mal Mama, was malst du denn da?

Steffi: das sind die Entwürfe für die neue Kinderbibel.

Jonas: Kinderbibel? Ach, stimmt ja! Das hast du ja gestern beim Abendbrot erzählt. Dürfen wir zugucken?

Steffi: Aber eigentlich wollten wir doch jetzt Mittag essen.

Yannick: Ach, das kann noch ein Weilchen warten. So hungrig sind wir dann auch wieder nicht.

Steffi: Also ehrlich gesagt, wollte ich für heute Feierabend machen. (Enttäuschte Gesichter) Ich kann euch ja schon mal die Skizzen zeigen, die ich bisher fertig habe. (Blättert)

Jonas: Wer sind zum Beispiel die Männer in weißen Nachthemden?

Steffi: (verwundert) Nachthemden? (Schlägt sich gegen die Stirn) Ach, du meinst die Engel!

Jonas: Das sind Engel? Mensch, Mama. Da musste nochmal nachbessern. Ich dachte die sind so groß und stark und hell.

(Steffi kratzt sich am Kopf)


Yannick: Und warum haben die den Mund so weit offen? Gähnen die?

Steffi: (lacht) Ihr seid mir ja welche... Das ist doch ein Teil der Weihnachtsgeschichte. Das ist der Chor der Engel. Sie singen und freuen sich über die Geburt Jesu. Und da muss auch ein Engel den Mund ganz weit aufreißen!

Chor der Engel

Yannick: Und warum sind die denn jetzt alle so aus dem Häuschen?

Jonas: Naja, wahrscheinlich wegen Maria und Josef und so.

Steffi: (blättert in den Zeichnungen) Ja genau, Maria und Josef und so!

Jonas: Gab's da nicht noch so´n Engel der bei Maria war?

Yannick: Doch klar! Der hat doch vorher schon Bescheid gegeben, damit sie da nicht völlig von den Socken ist!

Steffi: Ja… zu Maria kam ein Engel! Der hatte ihr gesagt, dass sie bald ein Kind bekäme. Und dieses Kind, sollte der Sohn Gottes sein. Ehrlich gesagt, ich glaube schon, dass sie da völlig von den Socken war. Und tatsächlich, der Engel hatte recht. Sie bekam ein Kind! Und es kam in einem winzigen Stall zur Welt.

Jonas: Muss ja schon irgendwie ein komisches Gefühl sein, wenn man den Sohn Gottes im Arm hält.

Yannick: Ist halt noch ein kleiner Sohn!

Steffi: (zeigt auf einer Zeichnung) Ja! Sehr klein!

-Während des Gespräches, haben sich Maria, Josef und das Baby einen Platz gesucht. Maria hält das Baby im Arm. Lied

 Steffi: (zeigt auf Zeichnungen) tja, und hier kommen dann die Kerle in den Nachthemden.

Jonas (kichernd): Du meinst, die Engel?

Steffi: Genau! Die haben nämlich ihren großen Chor draußen auf dem Feld singen lassen. Denn sie haben dort jemanden Bescheid gegeben.

Yannick: (eifrig) Ja, ja ich weiß! Den Hirten! Sie haben den Hirten Bescheid gegeben.

Jonas: (zeigt auf eine Zeichnung) da fragt man sich doch, wer den Mund weiter offen stehen hat. Die singenden Engel, oder die staunenden Hirten.

Steffi: Du hast gute Augen! Genau das wollte ich mit der Zeichnung ausdrücken. Die Hirten kommen aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Ist ja auch kein Wunder: naja eigentlich ist es natürlich doch ein Wunder...
Denn schließlich ist ihnen an dem Abend gesagt worden, dass ihnen der Retter der Welt geboren wurde. Derjenige, der Himmel und Erde wieder miteinander versöhnt. Derjenige, auf den ganz Israel gewartet hatte, …seit vielen, vielen Jahren.


Chor

Jonas: Die Hirten sehen aber nicht so aus, als hätten die das alles schon begriffen. Die machen eher den Eindruck, dass sie nicht wissen ob sie weglaufen oder mitsingen sollen.

Yannick: Ich weiß auch gar nicht, ob ich das mit dem Retter der Welt richtig geschnallt habe. Und das, obwohl hier gerade keine singenden Männer in Nachthemden schweben. Ich finde es ja schon auch cool, dass wir jedes Jahr Weihnachten feiern. Und ich habe die Geschichte mit Jesus und Maria und Josef und so auch schon ziemlich oft gehört. Aber das mit dem Retter, das finde ich schon komisch. Ich sehe da immer so was wie Superman vor mir. Und soweit ich weiß, habe ich Jesus noch nie mit dem roten Umhang gesehen. Also, auf den Bildern und so.

Steffi: Nee, Superman ist er nicht… Und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Jesus auch nur annähernd wie Superman ausgesehen hat. Und trotzdem steht irgendwo in der Bibel, dass Jesus ein Held war. Nur nicht so mit Muskeln und Umhang. Und das kleine Baby, sah sicher alles andere, als nach einem Superhelden aus.
Und wahrscheinlich hast Du recht: die Hirten haben vermutlich kaum etwas von dem verstanden, was da wirklich passierte. Aber sie sind das Baby suchen gegangen, das die Engel ihnen angekündigt hatten. Und sie haben es gefunden. Und irgendwie wussten sie, dass Gott auf die Erde gekommen war. Tja, und von dem Tag an hat sich alles verändert. Nicht nur für die Hirten.

Jonas: Weil Gott jetzt auf der Erde war?

Steffi: Ja, von dem Tag an war Gott als Mensch auf der Erde. Und auch als Jesus Jahre später starb und Gott ihn wieder auferweckte und zu sich holte. Da ließ Gott einen anderen Teil von sich auf der Erde. Den Heiligen Geist. Und deshalb können wir noch heute sagen, dass Gott bei uns Menschen wohnt. Es ist, als hätte Gott an diesem Tag in Bethlehem ein Licht angeknipst. Und dieses Licht kann niemand mehr löschen. Denn es brennt nicht an einer Kerze. Es ist auch keine Glühbirne, es ist ein Licht in den Menschen drinnen!

Yannick: Ist ja irre!

Steffi: Oh ja! (Tippt den Kindern auf die Brust) Das leuchtet auch in euch, wenn ihr euer Herz für das Weihnachtswunder ganz weit aufmacht.

Jonas: Cool! Und wenn du jetzt noch Jesus irgendwo in der Kinderbibel einen Superman-Umhang malst, und überall ganz viele Lichter hin kritzelst, dann wird das bestimmt die beste Kinderbibel der Welt!
(Lichter gehen aus)

Chor

(Während des Liedes, entzünden die Kinder Kerzen im Raum.)


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Claudia Weiand

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