Mittwoch, 13. August 2014

Wassermysterium Teil zwo

Das ist ein Blogartikel, den ich bereits vor Jahren geschrieben habe... und es ist definitiv Zeit, ihn zu erweitern:

JUNI 2006:

Unsere Kinder haben dieses kleine blaue Vergnügungsbad. Und das, seit der erste Junior laufen kann.
Als Junior I eingeschult wurde, dachten wir daran, es wegzugeben... an den kleinen Neffen. No chance!

Was mit Bobbycar und Sandspielzeug problemlos möglich war, bei dem kleinen blauen Ding ging gar nix. Inzwischen wird auch Junior II eingeschult und es gibt das Ding immer noch.


Weil Wasser kostbar ist und sowieso bereits nach wenigen Minuten Spaßbad einer braunen Plörre mit Grasfetzen ähnelt, wird immer nur ein wenig Wasser eingefüllt. Was dem Spaß keinerlei Abbruch tut. Im Gegenteil.


Meine Knaben baden nicht. Meine Jungs planschen nicht. Meine Junioren I und II machen seit sie laufen können nur eins: Draufzurennen und dann mit möglichst viel Wasserverlust Reinbatschen lassen! Hintern zu erst.


Früher riefen sie: "Bahn frei! Kartoffelbrei!"
Heute rufen sie: "A*****-BOMBE!!!!" und das hat jetzt nix mit Atomen zu tun!



Meine Kinder lieben Wasser. Im Teich, Tümpel, Baggersee. Im Plansch-, Schwimm- oder Fischbecken. Sie lieben Bäche, Rinnsale und Flüsschen. Kein Brunnen zu hoch, kein Gartenschlauch zu fest zugedreht, als dass man nicht an das wunderbare Element rankommen könnte. In Kombination mit Erde, Sand oder ganz einfach Dreck im allgemeinen ergeben sich unglaubliche Möglichkeiten. Schlammburgen, Baugruben und Dreckkugeln... erstaunlich!

Meine Kinder sehen dann aus, als wären sie gerade dem dicksten Morast entkommen. Aber sie sind glückselig.


Und dann kommt dieser Moment, wo man die Kids zum Abendessen rein ruft und man spricht die magischen Worte: "Bitte Hände waschen!" (manchmal bin ich ganz mutig und füge "Mit Seife!" hinzu)


Von da an gibt es 3 Möglichkeiten:

a) riesiges Gezeter
b) Verweigerung der Nahrungsaufnahme
c) Kinder machen kurzen Abstecher ans Waschbecken und kommen mit sauberen Händen zu Tisch.


Nach dem Essen bei c), wenn die Jungs bereits im Bett liegen gehe ich ins Bad und staune über die schwarzen Handtücher.


Das ist mein ganz persönliches Wasserrätsel.


Wieso können Kinder auch noch nach 2 Stunden schrumpelig mit dem Playmoboot in der inzwischen kalten Badewanne sitzen, aber zum Händewaschen, werden die Fingerkuppen kaum mit Wasser benetzt?


Warum stehen Kinder den ganzen Tag hüfthoch im Bach beim Fröschefangen. Aber wenn sie nach dem Klo die Hände waschen sollen, sind sie zu schwach, um den Hahn aufzudrehen (oder aufzuhebeln)???


Stimmt was nicht mit den Waschbecken? Ist das Wasser zu sauber? Ist die Umgebung zu steril? Sollte ein Badezimmer vielleicht lieber mit Schlamm geflutet werden? Kaulquappen in der Wanne? Sandhügel in der Dusche.


Bin für jeden Tipp dankbar!
Und jetzt bring ich die Handtücher zur Waschmaschine...



AUGUST 2014:

Ich bin mir nicht ganz sicher, welches Hormon dafür zuständig ist, aber es ist soweit:
Unsere Kinder stinken!

Das wurde uns stets vorausgesagt. Dass diese süßen verschwitzten Köpfchen, die roten Wangen, das alles das ein Ende hat. Und dann... dann ist das nicht mehr süß. Dann stinken sie!

Was soll ich sagen: Wir sind da angekommen.
Sobald sie die Schuhe ausziehen: Müffel.
Sport in der Schule: Müffel.
Hitzewelle: Müffel.

Ist ja nicht so schlimm, denk ich, ist ja bei uns Erwachsenen auch nicht anders.
Wenn... ja wenn da nicht das obige Problem weiterhin bestünde!

Nachwievor sind unsere Kinder durchaus wasseraffin. 
Sie lieben es, sich in wilde Fluten zu werfen, Dämme zu bauen, nach Ringen zu tauchen und so weiter...
Aber aus irgend einem (mir noch nicht ganz einleuchtenden) Grunde haben sie eine Duschphobie.
Wenn also so ein müffelndes Kind beim Abendessen gesagt bekommt, dass es heute vorm Schlafengehen noch kurz unter die Dusche springen soll... dann ist aber was los!

"Ich hab doch erst letzten Donnerstag!"
"Warum ich?"
"Das ist voll unfair!"
"Ich hab aber gar nicht geschwitzt!"
"Das war überhaupt nicht ausgemacht!"
Blablabla...

Man könnte meinen, die Kerle bekämen 4 Wochen Stubenarrest. Oder müssten das Haus putzen. Oder wenigstens die Fenster!

Aber nein, es geht nur und ausschließlich um eine Dusche. Bei den derzeitigen Frisuren dauert so etwas nicht mal 6 1/2 Minuten. Inklusive Abtrocknen!

Aber nein! Stattdessen müssen wir uns Monolge anhören, Gezeter, Türenknallen... Und sie wissen ganz genau: Duschen müssen sie trotzdem!

Ist das so eine Art Ritual?
Etwas was alle angehenden Teenager zelebrieren?
Ist der eigene Mief so was wie ein Markenzeichen? Das Tattoo des kleinen Mannes?

Wir haben alles versucht: Engelszungen, Schweißduftproben (hierfür eignet sich eine Socke ganz hervorragend). Unsere Dusche hat inzwischen einen LED Duschkopf, damit man blau oder grün duschen kann. Das Duschgel riecht besonders männlich, die Handtücher sind besonders groß und kuschlig... ALLES EGAL!
Das Drama nimmt stets seinen Lauf.

Da müssen wir wohl durch. Und zwar alle!

Interessant ist nur, dass sobald einer unter der Dusche steht, er nicht mehr wegzukriegen ist!
Echt jetzt! Der duscht gnadenlos bis das Wasser kalt wird!
Da wird dann gesungen und geschäumt und mit den LED-Farben experimentiert.

Vorher ein Riesentheater.
Dann die Megadusche.
Jedes. Einzelne. Mal.

Ich verstehe das einfach nicht.
Ewige Mysterien?
Rätsel des Alltags...

Bin gespannt, was in den nächsten Jahren noch auf uns zukommt!

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